Sechzehn Kinder im Alter von drei bis sechs aus der Kita Barbarossastraße arbeiten gerade mit dem Werkstoff Ton. Fragt man die Kinder, was sie beim letzten Workshop getöpfert haben, antworten sie „Sachen“. Die Woche zuvor haben sie den Kinderfreizeittreff Menzeldorf besucht und dort die Tiere und den Garten kennengelernt. An was sie sich erinnern, haben sie dann nachgeformt, mit „Sachen“ meinen sie auch Bäume.
In dem heutigen Workshop betrachten sie ein Foto von einem Brennofen und überlegen mit Maja und Zoltan, wie die Sachen dort gebrannt werden.
Dann wird zusammen nachgedacht: Welche Tiere haben keine Beine? Schlangen, Würmer, Schnecken, Delphine, Fische, Wale, Haie. Allen fällt etwas ein. Maja hat Bilder von Seehunden und Robben dabei und die Kinder schauen genau hin, wo Flossen und Kopf platziert sind. Maja fasst die genannten Eigenschaften nochmal zusammen und zeigt nun die Technik, mit der heute alle ein eigenes Tier formen sollen, das dann gebrannt wird: Erst eine glatte Kugel formen, dann aus der Kugel einen länglichen Körper rollen – je nachdem, was es für ein Tier werden soll. Dann kleinere Kugeln formen und daraus z.B. Flossen drücken. Dann Schlicker nehmen und die kleineren Teile vorsichtig an den großen Körper kleben. Am Schluss den Köper noch mit Details ausstatten: Augen, Muster auf der Haut.
An die Kinder werden harte Tonklumpen verteilt, die erstmal weich geknetet werden müssen. Manche Kinder haben das noch nie gemacht, sie brauchen Zeit, um herauszubekommen, wie sie ihre Hand halten und bewegen sollen, damit eine Kugel entsteht und wie fest sie dabei drücken müssen. Es ist sehr still in der Werkstatt, die Arbeit erfordert höchste Konzentration.
Nach und nach nehmen die Tiere Gestalt an. Die Kinder, die schon fertig sind, experimentieren weiter mit Ton und den Werkzeugen. Manche Kinder fragen an bestimmten Punkten nach Unterstützung der Erwachsenen - immer bedacht darauf, dass sie ihre Tiere ganz alleine bauen. Ein Kind, das früh „Ich brauche Hilfe“ sagte, hatte am Ende das komplizierteste Tier geformt.
„Wem gehört das Tier?“ Als alle sechzehn Tiere in der Tischmitte stehen, beschreibt jedes Kind sein eigenes Tier, was es für eins ist, und was sie angebaut haben. Manche Kinder sind erst zurückhaltend, antworten dann aber auf Fragen wie „Ist das Loch ein Auge?“, „Was macht deine Schlange gerade?“ und kommen ins Sprechen.
Bis zum Ende dieses Jahres werden die Kinder immer wieder neue dreidimensionalen Techniken kennenlernen und dabei auch vor feinmotorischen Herausforderungen stehen. Inhaltlich werden immer mehr Impulse zum Leben in der Stadt thematisiert werden-
Ein Zoobesuch und ein Ausflug ins Museum stehen auf dem Plan, so dass die Kinder auch als Gruppe auf Erkundungstour gehen.
Am Ende des Jahres findet eine Ausstellung statt, die die Kinder selbst planen.
Im Projekt Naturraum und Stadtraum machen Kinder nachhaltige Erfahrungen mit Natur und ihrem städtischen Lebensraum. Sie experimentieren mit verschiedenen Materialien und Techniken, bauen eine Landschaft und einen Stadtraum – mit Häusern, Menschen und Tieren. Die feinmotorischen, ästhetischen und kognitiven Erfahrungen mit den verschiedenen dreidimensionalem Gestaltungsmethoden erweitern ihre Fähigkeiten zur Beobachtung, zur Wahrnehmung von sich und anderen Lebewesen und dem kreativen Ausdruck dieser Erfahrungen.
Durch die Exkursionen bekommen die Kinder neue Impulse, die sie im kreativen Prozess einbringen können, und machen Erfahrungen in Stadt und Natur außerhalb ihnen bereits bekannter Orte.
Naturraum und Stadtraum ist ein Projekt des Pestalozzi-Fröbel-Haus in Kooperation mit Jugend im Museum e.V. und dem Kinderfreizeittreff Menzeldorf.
Das Projekt wird im Programm „Künste öffnen Welten“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) gefördert. Die BKJ ist Programmpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.