MENSCHEREI MALEREI haben die Kinder aus der Kita Barbarossastraße ihre Ausstellung genannt, die Mitte Februar 2026 mit zahlreichen Besucher*innen im Haus 3 auf dem Campus des Pestalozzi-Fröbel-Hauses ihre Eröffnung feierte.
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MENSCHEREI MALEREI: Junge Künstler*innen der Kita Barbarossastraße präsentieren ihre Werke

Die Künstler*innen begrüßten ihre Gäste mit Eintrittskarten, führten sie persönlich durch die Flure, präsentierten dabei eindrucksvolle Selbstporträts und bunte Monster und brachten die Besucher*innen zum Staunen. Parallel bauten die Kinder gemeinsam eine Stadt aus Pappen und Fundstücken und spielten damit.

Aufbau
Auch um den Aushang der Plakate und des Leitsystems kümmern sich die Künstler*innen selbst.

Die Malereien der 27 Künstler*innen sind auf drei Etagen immer montags bis freitags von 9:00 bis 16:00 Uhr ein Jahr lang zu sehen.

Es ist die dritte Jahres-Ausstellung, die Kita Barbarossastraße auf die Beine gestellt hat. Die Kinder sind als Künstler*innen dabei die wichtigsten Akteur*innen, sind bei den Vorbereitungen involviert und treffen gemeinsame Entscheidungen. Der Titel MENSCHEREI MALEREI wurde gemeinsam gewählt.

Dreidimensional
Dieses Jahr gab es auch dreidimensionale Fantasietiere zu begutachten.

Dort, wo die Malereien der Kinder entstehen

Gemalt wird im Atelier der Kita Barbarossastraße. Es ist ein Gemeinschaftsatelier, wie es auch in Kunsthochschulen gibt. 

Dieses Zimmer ist nach und nach zu einem Atelier geworden, nicht zuletzt wegen Sarah Miller und den engagierten Erzieher*innen, unterstützt von der Kitaleitung Simone Paganini. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr konzentriert, obwohl viele Gespräche über dies und das geführt werden. Ein zentraler Gegenstand ist dort die Staffelei, an der die Kinder allein oder manchmal auch zusammen malen. Im Sommer steht sie draußen im Garten.

Die Kinder malen nicht im Stehen, sie möchten dabei Sitzen. Der Stuhl davor gehört dazu, die Sitzposition hat sich über Jahre bewährt. Vorschläge, mal im Stehen zu malen, verlaufen im Leeren.
Da es nur eine Staffelei gibt, warten die Kinder geduldig, bis sie frei wird, wenn sie besetzt ist. 

Die Erzieher*innen, die im Atelier präsent sind beobachten nun schon seit einigen Jahren, wie die Kinder ihre Maltechniken nach und nach weiterentwickeln. Wenn die Kinder malen, mischen sie sich nicht ein, bewerten nicht. Sie hören zu, wenn die Kinder beschreiben, was sie gemalt haben und beobachten dabei auch, wie die Kinder mehr und mehr die Scheu verlieren zu sprechen. Anfangs sind die Kinder im Atelier noch öfters zurückhaltend und werden dann immer sicherer.

Sie verstehen sich als Assistent*innen, reflektieren die Farbwahl, den Pinselduktus, ohne Zuschreibungen. Sie ermutigen die Kinder es nochmal zu probieren, wenn die Kinder mit dem Ergebnis unzufrieden sind.

Es gibt Regeln im Atelier. Die meisten werden inzwischen von den Kindern selbst weiterkommuniziert. Der Atelierraum und seine Ausstattung gibt schon einiges vor. Die Materialien im Metallregal, an die die Kinder selbst kommen, können sie sich nehmen. Wenn die Kinder malen möchten, helfen die Erzieher*innen dabei, ihnen die Farben abzufüllen, die sie brauchen.

Arbeit an der Staffelei
Selbstportrait

In Joghurtbechern, Katzenfutterdosen und Eisbechern werden die Farben auf der Ablage der Staffelei platziert, gleich genutzt oder zu neuen Farben gemischt. 
Die Pinsel wählen die Kinder sehr bewusst und finden dabei selbst heraus, welcher Pinsel sich für ihr Vorhaben am besten eignet.

Arbeit an der Staffelei
Es entstehen Gemeinschaftsarbeiten.

Manchmal verabreden sich Kinder zum Malen, manche Kinder entscheiden spontan zu zweit loszulegen. Sie ziehen eine imaginäre Linie auf der großen weißen Papierfläche und jedes Kind malt in seinem Teil. Andere Kinder setzen sich dann oft dazu und beobachten. Manche Kinder stört das nicht, andere möchten gerne beim Malen unbeobachtet bleiben.
Oft passiert es, dass die Kinder so tief versunken und abgelenkt sind, dass sie unbedingt erst fertig malen möchten, bevor sie zum Mittagessen gehen.
Wenn sie fertig gemalt haben, helfen die Erwachsenen dabei, den Namen und das Datum auf die Werke zuschreiben und hängen die Bilder an den Wäscheleinen mit Wäscheklammern an der Wand auf. Dies dient zur Erinnerung und als Möglichkeit, den Eltern später ihre Arbeit zu zeigen. Das eigene Bild scheint oft nicht wichtiger zu sein als die der anderen. Die Kinder erinnern sich genau, wer welches Bild gemalt hat.

Atelier Kita Barbarossastraße
Diese Wand verändert sich täglich.

Im Atelier wird natürlich nicht nur gemalt. Es wir gezeichnet, gebastelt, gebaut. Die älteren Kinder übernehmen dabei auch Verantwortung, indem sie daran denken, die Scheren außer Reichweite der Jüngeren zu legen. Denn die Kinder dürfen auch allein im Atelier arbeiten, mit dem Material, an das sie herankommen.

Jedes Jahr beim Sommerfest wählen alle Kinder zwei ihrer Bilder aus, die dann aufgehängt werden.

Oft bringen die Kinder Ideen und Themen ins Atelier mit. Oder sie nehmen sich Material oder Bücher und lassen sich davon inspirieren. Immer wieder entstehen „Selbstläufer“: Ein Kind fängt etwas an, die anderen Kinder lassen sich inspirieren, schließen sich an, so dass ein Rausch entsteht.

Die Überthemen der Malerie-Ausstellungen im Haus 3 sind aus diesen Energien entstanden: Meine Familie, meine Kuscheltiere, meine Lieblingsfiguren, meine Erzieher*innen. Jedes Jahr haben sich die Kinder bisher auch selbst porträtiert. Sie bekommen dafür einen Spiegel, in dem sie sich und ihre Kleidung genau anschauen können. Sie wechseln dann zwischen Spiegel und Papier, Betrachten und Malen hin und her. 

Sie üben verschiedene Maltechniken, eignen sich Wissen über die Eigenschaften von Material und Werkzeug an, lernen Farben zu mischen und Farbkonsistenzen zu verbessern. 
Sie lernen konzentriert und ausdauernd zu arbeiten, Respekt vor eigenen und fremden Ideen und erleben Selbstwirksamkeit, durch die Entscheidungen, die sie im Prozess durchgehend treffen. Trotz oder gerade wegen der erforderlichen Konzentration, entstehen vielseitig soziale Kontakte und es wird einiges an „privatem“ besprochen.

 „Meine Ideen sind was wert“ lautet der Leitsatz, der im Atelier gelebt wird. Diese Haltung spiegelt sich auch in diesem Ausstellungsjahr in den Werken wider. 

Danke an Eliana Sanchez, Anna Marten und Sarah Miller für die Einblicke in eure Arbeit.