Mit der neuen berufsbegleitenden Erzieher*innen-Ausbildung für Stadtteilmütter setzt das Pestalozzi-Fröbel-Haus gemeinsam mit der Senatsverwaltung und Berliner Trägern ein innovatives und bedarfsorientiertes Projekt um.

Das Angebot reagiert direkt auf die Wünsche vieler Stadtteilmütter nach beruflicher Weiterentwicklung und eröffnet erstmals die Möglichkeit, eine staatlich anerkannte pädagogische Ausbildung zu absolvieren – maßgeschneidert für ihre Lebenssituation und berufliche Erfahrung.

Den Anstoß gab eine berlinweite Befragung der Stadtteilmütter. Sie machte deutlich: Ein Drittel der Befragten wünscht sich eine berufliche Weiterqualifizierung und eine klare Perspektive für die Zukunft. In einem Treffen der Trägerprojekte wurde anschließend beraten, wie auf diesen Wunsch reagiert werden kann.

Die Idee, am Pestalozzi-Fröbel-Haus eine eigene berufsbegleitende Erzieher*innenklasse für Stadtteilmütter einzurichten, entstand aus der Überzeugung, dass das PFH mit seiner einzigartigen Verbindung aus Beruflicher Schule und Sozialpädagogischer Praxis ideale Voraussetzungen bietet. Das Konzept stieß bei der Senatsverwaltung auf großes Interesse – und wurde zu einem kooperativen Modellprojekt mit Signalwirkung für Berlin.

 

„Mit dieser Ausbildung reagieren wir ganz unmittelbar auf die Wünsche vieler Stadtteilmütter nach beruflicher Weiterentwicklung – und verbinden erstmals ihre Erfahrung als Stadtteilmütter mit einer formal anerkannten pädagogischen Ausbildung. Für das PFH ist dieses Projekt eine besondere Chance, unsere beiden Stärken – Praxis und Theorie – in einem innovativen Modell zusammenzuführen.“
– Esther Wolffhardt, Leiterin der Sozialpädagogischen Praxis am PFH

 

Ein gemeinsames Projekt vieler Partner*innen

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteur*innen entwickelt:

  • Landesprogramm Stadtteilmütter
  • Schulaufsicht
  • Fachverbund Stadtteilmütter Berlin
  • Einzelne Träger und Koordinator*innen, die ihre Bedarfe und Praxiserfahrungen eingebracht haben
  • Pestalozzi-Fröbel-Haus, das intern die Kooperation von Beruflicher Schule und Sozialpädagogischer Praxis (SPP) bündelt

Diese enge Abstimmung zwischen Bildung, Verwaltung und Praxis  zeigt, wie gelingende Zusammenarbeit neue Wege in der Ausbildung eröffnen kann.

 

So ist die Ausbildung aufgebaut

Der Ausbildungsgang ist speziell auf die Lebensrealität von Stadtteilmüttern zugeschnitten und verbindet Theorie und Praxis auf einzigartige Weise:

  • Im ersten Ausbildungsjahr bleiben die Teilnehmer*innen in ihren bisherigen Stadtteilmütter-Projekten tätig und besuchen an festgelegten Tagen den Unterricht an der Beruflichen schule am PFH.
    So können sie ihr praktisches Wissen direkt mit neuen fachlichen Impulsen verknüpfen.
  • Im zweiten und dritten Jahr wechseln sie schrittweise in eine pädagogische Tätigkeit – zum Beispiel in einer Kita oder im Ganztagsbereich. Auf diese Weise wächst ihre Verantwortung kontinuierlich, während sie von Fachlehrkräften und Mentor*innen begleitet werden.