Vom 7. bis 11. September konnten Kinder und Jugendliche in rund 340 Wahllokalen ihre Stimme abgeben. Koordiniert wurde die berlinweite U16-Wahl vom Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung in der Kinder- und Jugendhilfe.

Unter dem Motto „Weil Meinung kein Alter kennt“ haben junge Menschen ihre politischen Positionen sichtbar gemacht, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit und unabhängig davon, ob sie bereits an der regulären Wahl teilnehmen dürfen.

Politische Beteiligung braucht Räume

Die U16-Wahl ist mehr als ein Wahltag. Sie ist Teil eines umfassenden Prozesses politischer Bildung und Beteiligung. In den Wochen vor der Wahl haben sich Kinder und Jugendliche mit politischen Themen auseinandergesetzt, Positionen diskutiert, Fragen an Parteien entwickelt und eigene Vorstellungen für ihre Zukunft formuliert.

Das Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung in der Kinder- und Jugendhilfe koordiniert die U16/U18-Wahlen seit 2025 auf Landesebene. Für die diesjährige U16-Wahl hat es umfangreiche Bildungsmaterialien entwickelt und bereitgestellt, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte angeboten und Einrichtungen bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahl unterstützt.

Auch die jungen Menschen selbst waren aktiv beteiligt: Sie haben Workshops und Veranstaltungen mitgestaltet und moderiert, Wahlurnen gestaltet, Wahllokale organisiert und andere Kinder und Jugendliche über die Wahl informiert.

„Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, unterschiedliche Positionen kennenlernen und miteinander um die besten Lösungen ringen. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche,“ sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch.

Sie besuchte am zentralen Wahltag das Pressewahllokal im Landeskompetenzzentrum und kam dort mit jungen Menschen ins Gespräch. Sie betonte, dass die U16-Wahl einen Raum schafft, in dem junge Menschen demokratische Prozesse praktisch erleben, sich mit politischen Fragen auseinandersetzen und eigene Standpunkte entwickeln können.

Junge Menschen gestalten Demokratie mit

Gerade diese aktive Mitgestaltung steht im Mittelpunkt der Arbeit des Landeskompetenzzentrums. Junge Menschen sollen nicht nur über Beteiligung sprechen, sondern selbst erfahren, wie Beteiligung funktioniert und welche Möglichkeiten sie haben, ihre Perspektiven einzubringen.

„Die U16-Wahl macht deutlich, dass junge Menschen in der Lage sind, sich eine eigene politische Meinung zu bilden, und bereit sind, sich verantwortlich im politischen Feld einzubringen. Politik und Gesellschaft sollten mehr Mitbestimmung ermöglichen!“, sagt Scarlett Strehlow von der Landeskoordinierung U16-Wahl Berlin am Landeskompetenzzentrum.

Die U16/U18-Wahlen gibt es bundesweit seit mittlerweile 30 Jahren. Die Ergebnisse der U16-Wahl sind nicht repräsentativ und nicht mit den Ergebnissen der regulären Wahl gleichzusetzen. Im Mittelpunkt steht der Bildungs- und Beteiligungsprozess: Junge Menschen setzen sich mit politischen Fragen auseinander, entwickeln eigene Positionen und erleben demokratische Entscheidungsprozesse.

Die Arbeit geht nach dem Wahltag weiter

Mit dem Ende der Wahl ist der Beteiligungsprozess nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit jungen Menschen reflektiert und zum Anlass genommen, über politische Themen, Beteiligungsmöglichkeiten und die eigenen Erfahrungen zu sprechen.

Damit leistet das Landeskompetenzzentrum einen wichtigen Beitrag dazu, politische Bildung und Beteiligung nachhaltig in der Kinder- und Jugendhilfe zu verankern.

Das Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung in der Kinder- und Jugendhilfe befindet sich in Trägerschaft des Pestalozzi-Fröbel-Hauses und wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie finanziert.

 

Foto: Katja Drießen