Was passiert, wenn eine Straße für einen Tag nicht den Autos gehört, sondern Kindern, Nachbar*innen und guten Ideen? Am 12. September wurde die Akazienstraße auf 125 Metern zum Treffpunkt für den ganzen Kiez.

Beim Kiezfest „Platz da für Kiez & Kids“ kamen rund 350 Menschen zusammen, um zu spielen, mitzumachen, sich auszutauschen und gemeinsam über die Zukunft ihres Stadtteils nachzudenken. 

Wo sonst Autos fahren, wurde gespielt, gebastelt, diskutiert und gelacht. Rund 20 Initiativen und Projekte machten mit ihren Angeboten sichtbar, wie vielfältig das Engagement im Schöneberger Kiez ist. Dabei ging es nicht ums Konsumieren, sondern um Begegnung und Beteiligung: Was macht einen Kiez lebenswert? Was brauchen Kinder, Familien und Nachbar*innen? Und wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? 

Organisiert wurde das Kiezfest von Schöneberger Initiativen und der Mobilen Stadtteilarbeit Kiezoase. Rund 20 Initiativen, Projekte und viele Engagierte beteiligten sich an der Vorbereitung und Durchführung. Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Regionalkasse Tempelhof-Schöneberg. 

Ideen für den Kiez von morgen

Die Besucher*innen konnten ihre eigenen Vorstellungen einbringen. An der Wunschblume der Initiative Tramdepot wurden Ideen für die Zukunft des ehemaligen Straßenbahndepots gesammelt. Das Kunstkollektiv Atelier Ser lud dazu ein, Visionen für den Kiez auf Kiezkarten festzuhalten und als großformatige Siebdruck-Plakate mitzunehmen. Beim Akazienkiezblock ging es um Ideen für ein gutes Klima rund um die Apostel-Paulus-Kirche, während FUSS e.V. mit Nachbar*innen über bessere Bedingungen für Fußgänger*innen sprach. 

Auch Klimaschutz, bezahlbarer Wohnraum und Beteiligung waren Thema: Die AG Wärmewende Schöneberg Nord machte die Wärmewende mit einer Wärmebildkamera unmittelbar sichtbar. Der Raum für Beteiligung informierte über Möglichkeiten, sich in Tempelhof-Schöneberg einzubringen, und Gemeinwohlbau zeigte, wie durch die Nutzung von Baulücken neuer und bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.

Platz für Kinder und für Begegnung 

Für Kinder gab es jede Menge Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Kreative und nachhaltige Bastelangebote, Spiele und Spaß-Lastenlaufrad-Rennen sorgten für Bewegung. Beim gemeinsamen Brot- und Flammkuchenbacken entstanden ganz nebenbei Gespräche zwischen Menschen, die sich vorher vielleicht noch nie begegnet waren. 

Auch die Mobile Stadtteilarbeit Kiezoase und das Nachbarschafts- und Familienzentrum Kiezoase des PFH waren vor Ort. Sie informierten über ihre Angebote und standen für Gespräche über Nachbarschaft, Familie, Beteiligung und ein respektvolles Miteinander zur Verfügung.

Denn genau darum ging es beim Kiezfest. Um einen Stadtteil, in dem Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen, sich einbringen und Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen. 

Wie gut das funktioniert hat, zeigte die Rückmeldungen der Besucher*innen. 

„Das ist ein Kindertraum. Jedes Kind auf der Welt sollte so etwas haben,“ sagte eine Besucherin. 

Eine andere fasste ihren Eindruck so zusammen: „Es ist wunderbar zu sehen, wie Menschen zusammenkommen und ihre Zeit dafür einsetzen, diesen Ort noch lebenswerter zu machen.“

Das Fest setzte dabei auch ein Zeichen für einen Kiez ohne Ausgrenzung und Diskriminierung und für ein solidarisches, friedliches Miteinander. 

 

Kiezfest

Bild: teilnehmende Initiativen und Projekte

Vielleicht hat die Akazienstraße an diesem Tag gezeigt, wie Stadt auch sein kann: ein Ort, an dem nicht nur Verkehr fließt, sondern Begegnung entsteht.

Fotos: Michael Geipel