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Nido, Januar 2015

"Von Anfang an integriert" heißt die Reportage im Elternmagazin "Nido" (Ausgabe 02/2015), in der unter anderem über das PFH-Familienzentrum Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg berichtet wird. Ausgangspunkt des Artikels von Heike Dierbach ist die Beobachtung, dass Kinder aus Zuwandererfamilien deutlich seltener in eine Krippe gehen als ihre deutschen Altersgenossen. Die Eltern hätten eben kein Interesse, so der oft gehörte Vorwurf. Doch die Probleme sind oft weniger grundsätzlich.



Engagiertheit und Wohlbefinden - Übungsszenen aus Kita und Grundschule


Diese DVD stellt Übungsmaterial für die Einschätzung von Engagiertheit und Wohlbefinden aus den Bereichen Kindertagesstätte und Grundschule zur Verfügung. Gezeigt werden Kinder in Momenten, in denen sie allein oder gemeinsam mit anderen aktiv sind. Die Szenen wollen zu genauem Beobachten anregen und den Blick für Details schärfen. Spieldauer: 43 Minuten. Mit Begleitheft. Preis: 19,50 Euro.

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Aktuelle Projekte im PFH

Ob Museum oder Oper, Forschungsschiff oder Kinderlabor, Tanz oder Zirkus, Diskussion oder Workshop - Kinder und Fachkräfte aus Einrichtungen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses haben regelmäßig die Möglichkeit, an Projekten mit verschiedenen Kooperationspartnern aus Berlin teilzunehmen. Das Pestalozzi-Fröbel-Haus möchte damit die Erfahrungswelten der Kinder, ihrer Eltern und auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PFH erweitern, ihnen Anregungen geben und ihr Interesse für bestimmte Themenfelder wecken. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl der wichtigsten aktuellen Projekte vor.

Geschichte und Archiv des Pestalozzi-Fröbel-Hauses

Man muss mehr als 140 Jahre zurückgehen, um die Gründung des Pestalozzi-Fröbel-Hauses und das Konzept der "geistigen Mütterlichkeit" seiner Gründerin Henriette Schrader-Breymann als das einzuordnen, was es damals war: ein großer Einbruch in eine männlich dominierte Gesellschaft, die eine professionelle Beschäftigung mit Kindern noch nicht als eine öffentliche Aufgabe sah und einer eigenständigen sozialen und pädagogischen Berufsarbeit von Frauen kaum Verständnis entgegenbrachte. Denn Kindheit - ein Begriff, der noch nicht in das Bewusstsein des "normalen" Bürgers eingesickert war - wurde ausschließlich als Zwischenstufe zum Erwachsenwerden begriffen. Eine besondere Beschäftigung mit Kindern wurde als nicht notwendig erachtet.

Die Erfindung des Kindergartens

Gemessen an dieser Auffassung muten bereits die pädagogischen Ansichten von Friedrich Fröbel und Johann Heinrich Pestalozzi nahezu revolutionär an: Wenn sie auch von unterschiedlichen Menschenbildern ausgingen, so sahen doch beide das Kind als ein "wesentliches Glied der Menschheit" an (Pestalozzi), das sie durch Erziehung und Bildung zu verbessern hofften. Den Grundstein für die spätere Entwicklung orteten sie in den Erfahrungen und Erlebnissen der ersten Lebensjahre. Deshalb, so die Schlussfolgerung der beiden Pädagogen im 19. Jahrhundert, komme dem Schutz des Kindes, seiner Pflege, der Förderung frühkindlicher Entwicklung und vor allem der Erziehung zu Selbstbildung und Selbsttätigkeit große Bedeutung zu. Betreuung, Bildung und Erziehung sollten nicht länger reine Privatsache bleiben, war Fröbels Überzeugung, sondern - und hier wurde die Idee des Kindergartens geboren - auch eine gesellschaftliche Aufgabe werden. Kindergarten und Familie sollten sich gegenseitig ergänzen und stärken. Dies war nicht eine allgemeine pädagogische Forderung, sondern begründete auch die soziale und erzieherische Arbeit als gesellschaftliche Reaktion auf die industrielle Revolution.

Das PFH im Zentrum revolutionärer Ideen

1874 spann Henriette Schrader-Breymann, eine Großnichte Fröbels, die Fäden weiter. Sie entwickelte Pestalozzis und Fröbels Lehren für die Praxis fort und gründete nicht nur Kindergärten in Berlin, sondern auch eine Ausbildungsstätte für den späteren Frauenberuf der Erzieherin. Ihr Ziel war es, die Ausbildung mit der praktischen pädagogischen Arbeit zu verknüpfen. Die Verwirklichung dieser Idee war die Geburtsstunde des Pestalozzi-Fröbel-Hauses mit seinem noch heute lebendigen Ausbildungs- und Praxis-Verbund. Mit diesem Konzept gelangen Schrader-Breymann zwei Errungenschaften: Zum einen erhielten Frauen die Chance, erstmals einen bürgerlichen Beruf mit allen daraus folgenden Unabhängigkeiten zu erlernen. Des Weiteren trug Henriette Schrader-Breymann maßgeblich zu der Einstellung bei, dass jedes Kind in seiner Entwicklung gefördert werden und dass es durch ausgebildete Fachkräfte zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit erzogen werden muss. Die "Entdeckung" des Kindes als einer interessanten, wichtigen und beachtenswerten Spezies Mensch und das Entstehen sozialer Frauenberufe vollzog sich zwar nicht ohne Widerspruch, aber in enger Wechselwirkung. Dadurch wurde es möglich, Kinder nicht mehr lediglich als Objekte bewahrender Fürsorge zu sehen und Frauen auf sozialen und pädagogischen Arbeitsgebieten aus einer vorwiegend karitativen Tätigkeit herauszuführen.

Familiäre Atmosphäre und Inidividualität

Ausgehend von einem Bild vom Kind, das neben dem „Bedürfnis, sich frei und ungestört im Spiel zu entwickeln“ auch „den Trieb hat, sich hülfreich zu erweisen und kleine, seinen Kräften angemessene Arbeiten zu verrichten“, stellte Henriette Schrader-Breymann Selbsttägigkeit und das Lernen von Verantwortung als „Lebensschule“ in den Mittelpunkt ihrer Pädagogik. Um auch bei einer größeren Kinderzahl eine familiäre Atmosphäre zu schaffen und die Individualität der Kinder zu berücksichtigen, löste Schrader-Breymann im „Volkskindergarten“ die Großgruppen von 50-60 Kindern in Kleingruppen mit etwa zwölf Kindern auf. Die betreuenden Schülerinnen aus der angeschlossenen Fachschule sollten sich speziell um „ihre“ Kinder kümmern und sich auch über deren Familienverhältnisse und Lebensumstände informieren. Es ging darum, die Persönlichkeit und den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes genauer zu beobachten und kennen zu lernen. Dieses Erziehungskonzept ist bis heute ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung am Pestalozzi-Fröbel-Haus. Eingang gefunden hat diese Tradition auch in das heutige pädagogische Konzept des PFH, in den Early Excellence-Ansatz.

Einen Eindruck über die Anfangszeit des Pestalozzi-Fröbel-Hauses erhalten Sie über unsere Bilder-Galerie.

2014 feierte das Pestalozzi-Fröbel-Haus (PFH) seinen 140. Geburtstag. Dies nahm das Haus zum Anlass, zwei über hundertjährige Zeitzeuginnen zu porträtieren, die ihre Ausbildung Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts an der traditionsreichen Bildungsstätte absolviert haben. In diesem Zusammenhang entstanden sowohl ein Dokumentarfilm als auch eine Broschüre, die die Aufbruchstimmung und pädagogische Neuorientierung im PFH unmittelbar und anschaulich erfahrbar machen: Hundertjährige Zeitzeuginnen erzählen, ein Zeitdokument, zu bestellen über info@pfh-berlin.de

Gemeinsam mit dem Alice-Salomon-Archiv bildet das Archiv des PFH das „Archiv und Dokumentationszentrum für Soziale und Pädagogische Frauenarbeit“, das sich auf dem historischen Campus gleich gegenüber der Fachschule für Sozialpädagogik im Haus III befindet.



140 Jahre Pestalozzi-Fröbel-Haus - Hundertjährige Zeitzeuginnen erzählen


140 Jahre Pestalozzi-Fröbel-Haus - das bietet eine schöne Gelegenheit, sich mit der Geschichte des Hauses zu befassen und Zeitzeuginnen zu befragen, die hier ausgebildet wurden. Im Rahmen der Jubiläumsfeier entstanden eine Broschüre und ein Film mit dem Titel: Hundertjährige Zeitzeuginnen erzählen. In dem Filmporträt und in der dazu veröffentlichten Broschüre werden die Ausbildung von Ulla Müller zur Hauswirtschafterin und Helga Garstecki zur Jugendleiterin dokumentiert. Ein Stück Zeitgeschichte.



Das Leben in die Hand genommen


„Es ist ein Zufall, dass unser Jubiläum 25 Jahre Café Kiezoase mit den Feierlichkeiten zum Gedenken an den Mauerfall in unserer Stadt zusammenfällt. Kein Zufall war es, dass alle Nachbarschaftsheime, und so auch das erst junge Treff-Café der Kiezoase, damals im November 1989 für Besucher/innen aus dem Ostteil der Stadt rund um die Uhr geöffnet hielten. Es ist die Nachbarschaftsidee, die beide Ereignisse miteinander verbindet: dass sich Menschen ohne Zwang begegnen und bereichern können.“


Sprache & Integration

PFH-Kitas nehmen teil am Bundesprojekt „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“

Die Kindertagesstätten Haubachstraße, Olbersstraße und Pestalozzistraße nehmen seit dem 01.04.2012 bis zum 31.12.2014, in der 2. Förderwelle an dem Bundesprogramm „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teil.
Mit der „Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) bundesweit rund 4.000 Schwerpunkt-Kitas. Das Bundesprogramm soll ein Beitrag sein, allen Kindern unabhängig von Herkunft und sozialen Rahmenbedingungen frühe Chancen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten. Jedes Kind soll von Anfang an faire Chancen haben. Die Optimierung früher sprachlicher Bildung ist zentrale Voraussetzung dafür. Schwerpunkt der Offensive Frühe Chancen ist, eine alltagsintegrierte und reflektierte sprachliche Bildung im Konzept der Einrichtung zu verankern und dabei insbesondere Kinder unter drei Jahren, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus bildungsfernen Familien zu berücksichtigen.


Opernprojekt: Entdeckungsreise in die Welt von Königinnen, Gespenstern & Fantasiegestalten

Die Komische Oper Berlin lädt Kinder aus dem Pestalozzi-Fröbel-Haus gemeinsam mit ihren Eltern zu Familienworkshops ein

Seit 2008 bietet die Komische Oper Berlin eine eigene Workshop-Reihe für Kinder aus Kitas, Familienzentren und Ganztagsbetreuungen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses an. Konzeptionell in die Arbeit des Pestalozzi-Fröbel-Hauses eingebunden und auf den pädagogischen Ideen des Early Excellence-Ansatzes basierend sind Kinder und ihre Eltern eingeladen, gemeinsam mit mit den Erzieher/innen die aufregende Welt der Oper zu entdecken.


Socialnet.de, März 2014

"Zukunft. Erziehen. Grundlagen, Perspektiven, Kontroversen der sozialpädagogischen Ausbildung" heißt die Publikation,  die 2013 im Dohrmann Verlag erschien und im Fachportal "socialnet.de" rezensiert wurde. Zwanzig Autorinnen und Autoren, ausgewiesene Fachleute aus der sozialpädagogischen Ausbildung aus Fachschulen und Hochschulen, liefern aktuelle Texte zu zentralen Aspekten sozialpädagogischer Ausbildung und Arbeit. Die Texte sind Grundlagen für das Studium der Kindheitspädagogik und der Erzieherin / des Erziehers.


Socialnet.de, Februar 2014

"Beobachten lernen - das Early Excellence-Konzept" heißt die Publikation von Sabine Hebenstreit-Müller, die 2013 im Dohrmann Verlag erschien und im Fachportal "socialnet.de" rezensiert wurde. Der Psychologe Lothar Unzner, selbst Leiter Interdisziplinärer Frühförderstellen, hebt die Bedeutung der Beobachtung im EEC-Konzept auch und gerade für Kinder mit besonderem Förderbedarf hervor und kommt zu dem Schluss, dass dies ein für die Praxis interessantes, anregendes und hilfreiches Buch ist, das durch die beiliegende DVD ergänzt wird.

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