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Koralle - therapeutische Wohngruppen

Unsere pädagogisch-therapeutischen Wohnangebote richten sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren sowie an deren Eltern. Viele der Jugendlichen, die zu uns kommen, haben Verhaltensauffälligkeiten oder psychiatrische Symptome entwickelt, die die Familien bzw. ihre Bezugspersonen aus anderen betreuten Wohnbereichen, in denen sie gerade leben, überfordern.

Die Eingangssymptomatik bei nahezu allen Jugendlichen, die bei uns aufgenommen werden, beinhaltet:

  • psychiatrische Symptome (z.B. psychotische Episoden, Depressionen, Angststörungen, Selbstverletzung, Suizidalität)
  • psychosomatische Erkrankungen (z.B. Essstörungen)
  • massive Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Aggressivität, Schulverweigerung, Drogenmissbrauch)

Jugendliche, bei denen eine Abhängigkeitserkrankung (Alkohol, Drogen etc.) im Vordergrund steht sowie gewalttätige Jugendliche werden bei uns nicht aufgenommen.

Unsere Angebote

In der Koralle bieten wir zwei Wohngruppen mit "Rund-um-die-Uhr-Betreuung" für Jugendliche ab 14 Jahren (i.d.R. bis 19 Jahre, max. bis 21 Jahre) an sowie betreutes Einzelwohnen (Individualangebote mit unterschiedlichem Betreuungsumfang) bzw. ambulante Hilfen im Verbund für Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren. Die Betreuungsangebote unserer zwei Wohngruppen sind in den wesentlichen Strukturen ähnlich. Wir versuchen bei der Belegung der jeweiligen Gruppe auf zusammen passende und sich ausschließende Konstellationen zu achten und den spezifischen Bedarf der aktuellen Gruppe hinsichtlich Betreuungsintensität und Versorgungsausmaß zu berücksichtigen.

Unsere Ziele

Die Ziele der Unterbringung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den differenzierten Bereichen der Koralle sind:

  • Förderung innerpsychischer und alltags-/ realitätsbezogener Entwicklungsprozesse (Selbstwert, Autonomie, Integration)
  • Stärkung der vorhandenen bzw. Aufbau neuer Ressourcen/ Kompetenzen zur adäquaten Selbstregulation und eigenverantwortlichen Alltagsbewältigung
  • Unterstützung bei der konstruktiven Bewältigung von Ablösungskonflikten
  • Klärung familiärer Verstrickungen und Entwicklung abgegrenzter (aber aufeinander bezogener) Perspektiven für alle Beteiligten
  • Integration in altersentsprechende schulische/berufliche und soziale Kontexte.

Die Zielrichtung ist im Sinne des Erwachsenwerdens der Jugendlichen auf Selbstverantwortung bezogen und auf ein eigenständiges Leben außerhalb psychiatrischer/sozialpädagogischer Institutionen orientiert. Trotz der Schwere der Symptomatiken/ Störungen steht die Entwicklungsperspektive des KJHG als Leitlinie im Mittelpunkt der Arbeit. Wir versuchen zwei Dinge zu vermeiden:

a) den Aufbau eines psychiatrieähnlichen Rahmens mit (zu) viel Versorgung und (zu) viel Unselbständigkeit
b) die Konzentration auf eine Klienten-Gruppe - also z.B. weder nur "psychiatrische Fälle" noch vorwiegend Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten im schulisch-beruflichen Kontext o.ä.

Das Aufnahmeverfahren

Wenn Jugendliche oder deren Familien sich für einen Platz in unseren therapeutischen Wohngruppen interessieren, klären wir in Kooperation mit allen beteiligten Personen und Institutionen den spezifischen Bedarf und entscheiden, ob wir einem Jugendlichen bzw. einer Familie ein passendes Angebot unterbreiten können. Neben den zuständigen pädagogischen Fachkräften sind eine Jugendlichenpsychotherapeutin und ein Familientherapeut am Aufnahmeverfahren aktiv beteiligt. Anfragen können Sie gern an unser zentrales Büro richten, Tel: 030 - 787 11 360 .

Eine kurze Beschreibung unseres Konzepts stellen wir hier zum Download bereit.

Unser Team

Das Team der Koralle besteht aus weiblichen und männlichen Fachkräften mit sozialpädagogischer Ausbildung oder mit einer Erzieher/innenausbildung und diversen Zusatzqualifikationen bzw. mit einer psychotherapeutischen Qualifikation (Psychologische(r) Psychotherapeut/-in bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in).

+++AKTUELL +++ AKTUELL +++ AKTUELL

  • Die nächste Fachtagung des AK TWG wird am 4. November 2015 stattfinden. Zu gegebener Zeit werden wir Sie konkret informieren und Sie dann offiziell zur achten Tagung des AK TWG herzlich einladen.
  • Der dritte Band des AK TWG-Readers "Das Therapeutische Milieu als Angebot der Jugendhilfe - Wirksamkeit und Perspektiven" ist im Dezember 2012 erschienen. Die online-Version finden Sie hier. Folgende Artikel dieses dritten Bandes können Sie nachlesen: Mentalisierung in der Gruppe und Psychotherapeutischer Raum in der TWG.
  • Ein weiterer Artikel aus dem Kontext unserer Therapeutischen Wohngruppe wurde 2013 in dem Buch: Focali, E., Kimmerle, C., Naumann, G. (Hrsg.): Zukunft.Erziehen., S. 132-152, dohrmannVerlag, Berlin. Den Artikel können Sie nachlesen: Psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenpsychotherapie mit Jugendlichen in Therapeutischen Wohngemeinschaften
  • Die 7. Tagung des AK TWG mit dem Titel: "Zwischen Anfang und Ende - Entwicklungsverläufe, Übergänge, Perspektiven" fand am 30.10.2013 statt. Informationen zur Tagung finden Sie hier.
  • Unter dem Titel "Pubertät und Wahnsinn" fand am 26. Oktober 2011 die sechste Therapeutische-Wohngruppen-Tagung* (TWG-Tagung) in Berlin statt. Die Vorträge der Tagung wurden 2012 veröffentlicht, Sie finden sie hier.
  • Im September 2011 und im Juni 2014 führte der AK TWG zusammen mit der Senatsverwaltung für Jugend und dem DPW jeweils einen Qualitätsentwicklungsprozess in Form eines Gemeinschaftsdialoges der 10 Träger der Therapeutischen Wohngruppen durch. Die Beiträge des 1. Fachtages wurden in einer Dokumentation zusammengefasst. Sie finden diese hier. Die Dokumentation des 2. Qualitätsdialoges folgt in Kürze.

+++ Veröffentlichungen + + + Vernetzungen + + +

Wir bieten als Konsultationseinrichtung interessierten Fachbesuchern die Möglichkeit, die Einrichtung zu besuchen. Weitere Informationen zu Konsultationen finden Sie hier.

Die Koralle - therapeutische wohngruppen ist im "Arbeitskreis Therapeutischer Jugendwohngruppen in Berlin (AK TWG)" und seit vielen Jahren mit anderen Berliner Einrichtungen vernetzt. Der AK TWG dient der Qualitätsentwicklung in diesem Bereich, fördert Kontakte zwischen den Einrichtungen sowie zur Öffentlichen Jugendhilfe, bezirklichen Fachdiensten, Jugendpsychiatrischen Kliniken, Psychotherapeuten etc. Alle 2 Jahre organisiert der AK TWG eine öffentliche Fachtagung. Die Homepage des AK TWG mit aktuellen Informationen über die Einrichtungen und Veröffentlichungen sowie Dokumenten finden Sie unter: www.therapeutische-jugendwohngruppen.de

Am 1. September 2010 fand die Fachtagung "Der psychotherapeutische Raum im Alltag der TWG / der Klinik" statt. Ziel der Fachveranstaltung war es, Herangehensweisen, Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Integration psychotherapeutischer Arbeit in den alltäglichen Raum der TWG bzw. der Klinik darzustellen und zu diskutieren. Nähere Informationen zu Fachtagung finden Sie hier.

Der Arbeitskreis der Therapeutischen Wohngruppen in Berlin hat im August 2009 die Katamnesestudie KATA TWG 2009 herausgegeben. Sie ist beim Verlag allgemeine Jugendberatung Berlin erschienen und im Buchhandel erhältlich. Hier können Sie den Abschlussbericht zur Katamnesestudie einsehen. Den gesamten Text finden Sie auf der Homepage des AKTWG hier.

Am 15. Oktober 2008 fand im Pestalozzi-Fröbel-Haus die Fachtagung der Koralle "Gruppentherapeutische Arbeit mit Jugendlichen im stationären Jugendhilfe-Setting" statt. Nähere Informationen zum Themenschwerpunkt finden Sie hier als PDF-Datei.

Weitere interessante und fachspezifische Veröffentlichungen:


Koralle - Therapeutische Wohngruppen
Claus-Peter Rosemeier
Wartburgstraße 39
10823 Berlin

Telefon: +49 / (0)30 - 78 71 13 60
Telefax: 49 / (0)30 - 78 00 11 91
E-Mail: twg.koralle@pfh-berlin.de